Die hölzerne Heilstätte

Ich habe bei all meinen Lost Places selten ein verlassenes Gebäude gesehen, was so offensichtlich und wirklich kurz vor knapp einsturzgefährdet ist wie diese verlassene Heilstätte! Die Wände sind in sich verschoben, ragen teilweise übereinander vor, wenn sie nicht schon ganz fehlen. Die Moos-bedeckten Böden wölben sich nach oben und wippen an den kritischen Bereichen bei jedem Schritt drohend. Alles ist so aufgeweicht, schräg, schief und instabil, daß man schon von einem gewissen Risiko an Lebensgefahr bei diesem urban exploring sprechen muss! Und das ist so schade, da die Fachwerk-Architektur diese verlassene Heilstätte wirklich traumhaft schön ist. Das stolze Gebäude versteckt seine knöchernde Wackeligkeit hinter hohen Tannen. Durch ein paar Baumlücken versucht das schön gelegene ehemalige Sanatorium, einen letzten Hauch der imposanten Größe zu verströmen, die es einmal gehabt hatte. Erst beim Näherkommen und genauen Hinsehen erkennt man, wie schwach das Haus bereits ist. Eine Rettung ist völlig ausgeschlossen. Das Mauerwerk könnte einem Dominoeffekt gleichkommend jeden Augenblick nachgeben und wie ein Kartenhaus einbrechen. Die dicken Holzbalken werden keinen Halt bieten.

Es ist ein Trauerspiel: da hat man endlich mal wenig Graffiti und Vandalismus in einem lost place, dafür ist alles so marode, vermodert und kaum noch schön anzusehen. Dabei gibt es erstaunlicherweise noch ein paar vergessene Möbel.

urbexrebellin Verfasst von:

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