Lost Place: Villa K

Meine Entdeckungstour von diesem lost-place stand schon lange auf meiner Liste, ich hatte also mit einem wenig gutem Zustand gerechnet. Das war auch der Fall, dennoch war der Charme dieser verlassenen alten Villa immer noch vorhanden. Mit einer etwas mystisch wirkenden Architektur hat dieses Gebäude im Stil der Neorenaissance schon etwas leicht gruseliges und könnte durchaus als Kulisse für einen Thriller dienen. Zumindest wirkt es äusserlich ziemlich unheimlich, allein schon durch die zurückversetzte Lage, versteckt hinter Bäumen und dichtem, hochgewachsenem Gestrüpp. Im Inneren herrscht eine ebenso düstere Atmosphäre. Man läuft durch hohe Räume, in die durch die geschlossenen hölzernen Fensterläden wenig Licht eindringt, dazu die dunklen Holzvertäfelungen, teilweise hängt noch die dunkelrote Samttapete. Anfangs war ich mehr damit beschäftigt, mich nicht zu verlaufen, denn die miteinander verbundenen Räume können einem schon leicht die Orientierung rauben, doch zwischendurch hatte ich immer mal wieder ein mulmiges Gefühl. Rückblickend kommt mir das große Herrenhaus sogar noch unheimlicher vor, als während meines Besuchs, aber das ist wohl auch besser so.

Fraglich bleibt mal wieder, warum es bis heute nicht möglich war, durch eine Entscheidung zur Sanierung ein so schönes Stück zu retten. Hintergrund ist wohl der Streit mit den Eigentümern, der immer noch nicht beigelegt ist. Es handelt sich nach wie vor um ein noch offenes gerichtliches Verfahren.

Bauherr des Hauses mit insgesamt 66 Räumen war der Chemiker Carl K., Generaldirektor einer Chemischen Fabrik, der die Villa als Wohnhaus nutzte.
Der Chirurg Anton J. K. war bereits ab etwa 1920 im 1. Stock als Einmieter und übernahm die gesamten Räumlichkeiten für seine Klinik um 1933. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der Chirurg S. darin eine Klinik eingerichtet.

urbexrebellin Verfasst von:

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    • 29/04/2019
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      Ja, die Villa ist besonders architektonisch ein Prachtstück! Ich bin gespannt, wie der Rechtsstreit zwischen Eigentümergemeinschaft und Stadt ausgeht.

  1. 30/04/2019
    Antworten

    Hat dies auf PG_Kelly rebloggt und kommentierte:
    It saddens me to see such a stately building fall into disrepair like this. Nice job at documenting this location. Thanks you!

    • 12/05/2019
      Antworten

      Thanks very much 😊, and yes, it is nearly unbelievable that buildings like this are left to decay….

  2. 30/04/2019
    Antworten

    Die verschiedene Gestaltung der Decken mit Holz und Stück ist beeindruckend. Und dann erst der Weg zum Klo. Für frisch Operierte war das sicher ein besonderes Erlebnis. Toller Beitrag.

    • 12/05/2019
      Antworten

      Ja, genau das liebe ich so an den Entdeckungen dieser Gebäude 😅😉!

  3. 30/04/2019
    Antworten

    Sehr beeindruckend…aber den Riesenkasten wieder zu sanieren dürfte einem Fastneubau gleichkommen ! Lieber Gruss, Jürgen

    • 12/05/2019
      Antworten

      Also innen geht es eigentlich, kein Schimmel, das Mauerwerk sieht nich recht ordentlich aus. Aber die Eigentümergemeinschaft will wohl einen Neubau für Wohnungen dranklatschen. However, ich bin gespannt, was daraus wird 😉

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