
Das verlassene Jugenderholungsheim Endlerkuppe
Dieser Lost Place mit außergewöhnlicher Architektur ist gnadenlos dem Verfall und Vandalismus ausgesetzt.
Ich schmelze fast weg auf meiner Fahrt zum verlassenen Jugenderholungsheim Endlerkuppe in Ottendorf bei Sebnitz. Es herrschen hochsommerliche Temperaturen wie das ganze Jahr nicht. Die extrem schmalen Straßen schlängeln sich die schöne Landschaft hinauf und weiter durch das verschlafen wirkende kleine Dörfchen Ottendorf bis zur gleichnamigen Anhöhe Endlerkuppe. Schon von Weitem sehe ich den eckigen Turm des Jugenderholungsheim, der markant aus dem Grün der umgebenden Natur sticht. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Und ich bin froh, ins Innere zu gelangen, wo es erfrischend kühl ist. Der Zugang stellt keine Schwierigkeit dar, da an vielen Stellen die zugemauerten Fenster und Türen erbarmungslos eingeschlagen wurden.
Obwohl die Decke des verlassenen Speise- und Festsaals schon fast zur Hälfte beschädigt ist, finde ich sie immer noch schön. Auch die enorme Größe des Saals überrascht und beeindruckt mich. Allein dafür hat sich mein Besuch gelohnt. Mich wundert nur etwas, dass auf der einen Seite des Saals die herabgefallenen Bestandteile gar nicht mehr vorhanden sind. Das bisschen, was unter den Fenstern zu finden ist, kann nicht alles sein. Hat hier jemand gefegt? Seltsam.






Wie erwartet finde ich in den übrigen Räumen und Zimmern fast keine Übrigbleibsel oder Inventar mehr. Nur in einem Zimmer stehen noch zwei Betten und Schränke, die mir den Eindruck vermitteln, wie die Jugendräume früher ausgestattet waren. In einem anderen Raum sieht der Restbestand nach Sammel-Kleideschränken aus. Im Keller entdecke ich dann noch sechseckige Steinbecken, deren Nutzen mir in Zusammenhang mit diesem Jugenderholungsheim nicht ganz klar wird.







Zuguterletzt stiefele ich noch den Turm ein paar Etagen hinauf. Die Aussicht ist herrlich und lohnenswert. Der Besuch des Jungenderholungsheim Endlerkuppe bietet in meinen Augen einen tollen Saal – mehr hat dieser Lost Place aber leider nicht mehr zu bieten.






Geschichtliches zum Jungenderholungsheim Endlerkuppe
Das Jugenderholungsheim auf der Endlerkuppe ist ein architektonisch typisches Bauwerk im Stil der Neuen Sachlichkeit und eines der markantesten Beispiele der Weimarer Republik für moderne Architektur in Sachsen. Das Gebäude in U-Form wurde 1929 nach Entwürfen des Dresdner Architekten Kurt Bärbig fertiggestellt. Mit seinen klaren Linien und den großen Fensterfronten sollte es Licht, Luft und Moderne ausstrahlen und dabei sein Konzept der Zweckorientierung und Reduktion auf das Wesentliche erfüllen.
Anlass für den Bau war der immer lauter werdende Ruf nach einem Erholungsheim speziell für erwerbstätige Jugendliche. Es sollte laut Unterlagen der Arbeiterwohlfahrt von 1929 Platz für „acht Gruppen von je 20 jungen Menschen“ haben.
Anfang der 1930er Jahren wurde das Gebäude für den Bund Deutscher Mädel (BDM) genutzt, ab 1946 diente es als SED-Parteischule.
Mit der politischen Wende 1989/90 endete der Betrieb des großen Gebäudes. In den 1990er Jahren wurde das Objekt privatisiert, doch eine Sanierung mit Neunutzung blieb bisher aus. Seitdem steht das ehemalige Jugenderholungsheim Endlerkuppe leer.
Quelle historische Info’s: https://tud.qucosa.de/landing-page/?tx_dlf[id]=https%3A%2F%2Ftud.qucosa.de%2Fapi%2Fqucosa%253A84098%2Fmets
https://www.das-neue-dresden.de/jugenderholungsheim-endlerkuppe.html
https://library.fes.de/cgi-bin/arbwo_mktiff.pl?year=1929&pdfs=1929-624×1929-625×1929-626