Das Oma-Haus

Ein unscheinbares, verlassenes Wohnhaus

Ich wäre fast vorbei gelaufen, so hungrig war ich. Mit meinen Mädels hatte ich bereits ca 15km Wanderung hinter mir. Zugegeben, wir hatten uns etwas verschätzt. Unser einziges Ziel war das doch bitte hoffentlich bald in Sicht kommende U-Bahn-Schild. Doch aus dem Augenwinkel sah ich die verstaubten Gardinen und Plastikpflanzen im Fenster und stockte. Daran vorbei gehen geht für mich einfach nicht! Es könnte ja ein echtes Schätzchen zu entdecken sein! Kurz auf echten Leerstand geprüft, die Lage gecheckt, einen möglichen Zugang gesucht (ist ein Lost Place nicht durch offene Fenster o.ä zugänglich, verschaffe ich mir niemals gewaltsam Zugang!)… – und gefunden. Der Garten war so verwildert, dass ich fast nicht durch dringen konnte. Der Boden unter dem offen stehenden kleinen Fenster war so weich und voller Laub, dass schwer einzuschätzen war, ob ich nich vielleicht gleich eine Etage tiefer krachen würde. Doch, der beherzte Griff am morschen Holzrahmen (Sport ist zwar Mord, zahlt sich aber hierfür definitiv aus) brachte mich ins Innere. So ein Augenblick ist schon gigantisch, zumal dieses Häuschen so abseits liegt, dass nicht mit einem Massenauflauf der Urbexszene zu rechnen ist und damit der Flair eines echten verlassenen Ortes gewahrt bleibt…

Es war zu dunkel, um vernünftige Fotos mit meiner (ich hatte nur die kleine Canon 550D mit) Cam zu machen, also genoss ich lieber den Moment, als Erste diesen Lostplace entdeckt zu haben und hielt ein paar Räume mit dem Handy fest, in all ihrer Unprofessionalität 😅 . Eine Mitreisende in Vietnam sagte mal zu mir: “Alle Bilder, die wir machen, machen wir nur für uns.” Das gab mir zu denken, liess mich umdenken und es seitdrm genauso handhaben. Fühlt sich gut und frei an 😁😎.

Genauere Informationen gebe ich aus Schutz vor Lost Places, die noch nicht in der Öffentlichkeit allgemein bekannt geworden sind, generell nicht preis. Auch verlassene Orte, die unter einigen urbexern bekannt sein mögen, werde ich nicht namentlich nennen oder konkrete Ortsangaben machen. Es gibt leider inzwischen Menschen, die sich toll vorkommen, wenn sie diese spannenden Zeitkapseln zerstören.

6 Kommentare

  1. 11/12/2019
    Antworten

    Schade um den schönen Kachelofen. Tolle Fotos. Der Fernsehersammlung nach ist es für mich ein Opahaus, aber das sind nur meine Geschlechterstereotype.

    • urbexsneeker
      11/12/2019
      Antworten

      Hallo Richard, erstmal ganz vielen lieben Dank! Der Gedankengang von den Fernsehern auf nen Opa zu schließen ist mir gar nicht gekommen 😆 …sehr köstlich 😂! Aber vielleicht nich ganz abwägig 🤣 ?… Liebe Grüße, Frauke

  2. Oh, ein kleiner Überraschungsfund.
    Hier hätte ich auch nicht widerstehen können.
    Und ich wette: der Hunger war augenblicklich vergessen!
    Danke fürs Zeigen dieses kleinen Ortes!

    • urbexsneeker
      12/12/2019
      Antworten

      Huhu, hehe, der Hunger war wirklich wie weggeblasen 😁 , ich war richtig aufgeregt 😅. Komisch, ne, dass man fast schon wie als Kind wieder dieser Abenteuerlust verfällt und alles andere um sich vergisst 😄.
      Lieben Gruß, Frauke

    • urbexsneeker
      12/12/2019
      Antworten

      Aaaaach was, nur Mut 😉. Allerdings sind manche Gebäude schon mit Risiken behaftet. Aber sonst….😎 . VG

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