Weggebaggert – das Hotel HH

Eigentlich lag es nur an einem defekten Dach, durch das die Feuchigkeit eindrang. Fehlendes Geld und damit die fehlende notwendige Reparatur machten dieses ehemalige Hotel leider unbewohnbar. Es muss mal schön gewesen sein, die Lage zumindest verprach Ruhe und einen guten Ausgangspunkt für Wanderungen durch das Naturerholungsgebiet, die Hotelzimmer klein, aber fein. Doch nach Grenzöffnung gab es wohl nicht genug interessierte Urlauber, die eine Investition in die Renovierung dieses Hauses lohnenswert gemacht hätten. Und letztendlich hatten wohl auch Entscheidungsträger der Stadt bereits neue Wohnprojekte vor Augen, statt einer Sanierung.

Somit standbereits der Bagger auf dem Gelände, eine Seitenwand eingerissen, doch das offenstehende Fenster auf der Rückseite und meine gute Beweglichkeit brachten Einlass. Etwas von den schönschrecklichen Ambiente kann ich tatsächlich noch finden. Die wenigen verbliebenen Möbel waren für mich schon irgendwie schräg, denn sie stellten in meinen Augen zwar einen 70ger Style dar, aber mit für mich unbekanntem DDR-Touch. Besonders seltsam zeitentrückt wirke im Dachgeschoss die rote Sitzgruppe mit dem alten Röhrenfernseher, dazu die Pulle Bier auf dem Tisch, und dennoch hätte jeden Moment ein Gast hereinkommen können, ohne dass ich gewundert hätte. Das Treppengeländer hat allerdings einen bleibenden Eindruck hinterlassen – ich liebe diese metallenen grazilen Formen, die eine ganz eigene Leichtigkeit ausstrahlen. Sie sind mehr ein Kunstwerk als eine Notwendigkeit.

urbexrebellin Verfasst von:

6 Kommentare

  1. 17/06/2018
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    Sehr stimmungsvolle Motive Frauke ! Wenn das der olle Heinrich wüsste..einfach so weggebaggert zu werden…echt stillos…. 🙂
    Lieber Gruss, Jürgen

    • 17/06/2018
      Antworten

      Vielen lieben Dank, Jürgen! Es ist umso mehr schade, weil es vielleicht vor einiger noch zu retten gewesen wäre 🤔😯. Viele Grüße und schönen Sonntag ☺

  2. 17/06/2018
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    Coole Bilder! Wieder mal sehr stimmungsvoll und traurig verlassen. Wer da schon alles gewohnt haben mag? Wenn die Möbel Geschichten erzählen könnten …

    • 17/06/2018
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      Vielen lieben Dank!! Es ist wirklich immer ein seltsames Gefühl, an Orte zu kommen, wo noch Mobiliar drin ist, besonders wenn es gewöhnliche Gebrauchsgegenstände sind, wo man fast noch die Anwesenheit der Menschen spürt, die in den Räumen waren. Andererseits glaube ich, hätten die Häuser die Zeit überstanden, wären die Möbel sicher längst entsorgt worden.

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