Die verlassene Villa „Asian Paints“

Die verlassene Villa „Asian Paints“

Bekannt ist diese verlassene Villa auch unter dem Namen „Villa oriental gem“

Bevor ich diesen Urbex-Urlaub antrat, sagte jemand zu mir: „Bei 30°C urbexen macht dann auch keinen Spaß mehr“, und ich dachte damals „Ach komm, man ist doch eh im Gebäude, da kann der Hin- und Rückweg jetzt nicht so dramatisch sein…“. Nun ja, ich hatte nicht bedacht, dass man evt. einen Mietwagen ohne Klimanalage hat, dass die Strecken von einer zur nächsten location nicht mit den Entfernungen in Deutschland vergleichbar sind und wenn schon auf dem Weg zur location der Schweiß läuft, ja, dann ist das sehr wohl anstrengend. Dennoch hat es mich nicht so sehr gestört, dass ich den Spaß verloren hätte.

Am heutigen Tag waren es um die 29°C. Ich parkte direkt vor einer Polizeistation, aber das war weit und breit der einzig öffentliche Parkplatz. In Italien ist das etwas anders mit den Parkmöglichkeiten und -vorschriften, da ist man über jede kostenlose Möglichkeit froh. Außerdem hatte mein Mietwagen ja ein italienischen Kennzeichen, daher machte ich mir keine Sorgen, dass ich auffallen würde. Trotzdem ließ ich meine Augen und Antennen kreisen, ob mich vielleicht einer beobachtet. Ich erkannte aber schon nach wenigen Metern Fußmarsch, dass ich mir darüber sowieso keine Gedanken hätte machen brauchen, als ich die drei Jungs sah, die gerade dabei waren, völlig entspannt in diese Villa zu gehen. Keiner von den dreien schaute zu den Nachbarn, keiner machte Anstalten, sich leise oder „unsichtbar“ zu verhalten. „Ach, guck, so geht’s also auch“, dachte ich. Ich schaute trotzdem verstohlen zur Nachbar-Villa. Ich bin einfach nicht so abgebrüht, wie die Jugend von heute. Drei Franzosen Mitte Zwanzig. Keine Kamera, kein Equipemt, kein TamTam. Eher zielorientiert, könnte man sagen. Durchaus nett dabei. Aber wissen sie diese schöne Villa auch zu schätzen? Nach etwa zehn Minuten waren die Jungs dann auch schon einmal komplett durchgeströmt und zogen weiter. Derweil friemelte ich an meinem Stativ herum und positionierte mich gerade für mein erstes Bild. Etwas Grinsen musste ich dann doch.