Das verlassene Ferienhotel mit verfallenem Tanzsaal

Das verlassene Ferienhotel mit verfallenem Tanzsaal

Der marode Charme des natürlichen Verfalls in einem ehemaligem Ferienhotel mit Gaststätte

Ich war erstaunt, dass in diesem verfallenen Tanzsaal überhaupt noch eine Lampe hing, drei davon sogar fast vollständig. Normalerweise sind Lampen so ziemlich das Erste, das in Lost Places von Spinnern kaputt geschlagen wird. Wobei – Waschbecken sind ja bei den zertrümmerten Teilen auch ganz vorn dabei. Aber dieses verlassene Ferienhotel zeigt fast ausschließlich natürlichen Verfall, insbesondere der alte Tanzsaal. Sehr schön! Überall fand ich bedeckte Flächen von Grünspahn und Moos. Offenbar ist die Feuchtigkeit an mehreren Stellen relativ gleichmäßig durch das Dach des verlassenen Ferienhotels eingedrungen. Eine konkrete ursächliche „Schwachstelle“ konnte ich jedenfalls nicht ausmachen. Zugegeben hatte ich das diesem Lost Place nicht auf Anhieb von außen angesehen.

Doch dass auch der Gastro-Bereich im Erdgeschoss so massiv von Feuchtigkeitsschäden durchdrungen ist und überall die (Papp-)Decke herunter kommt, überraschte mich schon. Schließlich befindet sich die Gaststätte im Erdgeschoss, und die direkt darüber befindlichen Räume mit ihren Fliesenböden waren ja noch völlig intakt. Auch beim Durchlaufen der Räume war keine Instabilität zu spüren. Aber auch das macht das Erkunden von Lost Places für mich aus: die unergründlichen Wege des Maroden, das diese verlassenen Orte erobert.

Dieses verlassene Hotel mit Tanzsaal hat seine besten Zeiten auf jeden Fall schon sehr lange hinter sich. Und vermutlich wurde das auch irgendwann erkannt oder auch bewußt hingenommen. Darauf weist vor allem das Fehlen sämtlicher Einrichtung hin. Keine Küchenwerkstätte, keine Möbel (bis auf das eine oder andere verbliebene Schränkchen), nix, alles weg. Also wurde das Ferienhotel vor dem Verlassen sehr wahrscheinlich ausgeräumt. Wäre es geplündert worden, wären auch Schäden von Vandalismus vorhanden. Eigentlich finde ich das gar nicht schlecht: wenn’s nicht (mehr) läuft, läuft’s eben nicht mehr. Und wenn man dann einen geordneten Schlussstrich zieht, ist das vielleicht der bessere Weg, als das Gebäude samt Inventar dem Verfall zu überlassen. Überhaupt: solange Möbel oder Geräte noch intakt sind, muss man sie ja nicht wegwerfen, sondern kann sie Interessenten vermitteln. Wir leben eh schon in einer Wegwerfgesellschaft.