Ein verlassener Gasthof mit Kanu

Ein verlassener Gasthof mit Kanu

Ein Kanu ist der letzte Gast in einem verlassenen Gasthof in Sachsen

“Was macht denn das Kanu in diesem verlassenen Gasthof?”, frage ich mich, als ich ich den kleinen Saal trete. Der alte Gasthof liegt nicht an einem Fluss, sodass es als Fortbewegungsmittel hätte dienen können, wie es z.B im Spreewald üblich ist. Und mit einer Überschwemmung würde ich in dieser Region jetzt auch nicht rechnen. Aber da kann man sich ja bei der Klimaveränderung nicht sicher sein. Ab und zu gibt es ja durchaus Regengüsse, die sintflutartig die Straßen überschwemmen. Da könnte ein Kanu die letzte Rettung sein. Ich überlege weiter. Vielleicht wurden in diesem Gasthof Badepartys gefeiert. Nein, zu hipp. Oder es gab einen Anglerverein. Da wären wir allerdings wieder bei dem fehlenden Fluss oder anderen Gewässern in der Nähe. Ich verwerfe den Gedanken. Dieser alte Gasthof liegt so weit ab vom Schuss, dass ich gar nicht wüsste, wo man es hätte nutzen können. Es gibt ein paar Seen, die aber zu weit weg sind, um es dahin zu tragen. Die Vorstellung, das Kanu auf einen Trabi zu schnallen, um dann zu einem der Seen zu eiern, wäre wohl eher was für Comedy.

Ich schaue mich in diesem verlassenen Gasthof weiter um. Den besonders großen Gastrobereich hat es wohl nicht gegeben, wenn überhaupt. Im Erdgeschoss gibt es keine Großküche wie in Gaststätten, wo man auch Gerichte bekommt. Das Obergeschoss scheint der private Wohnbereich des Besitzers gewesen zu sein. Die Küche sieht nach alter Zweiraumwohnung aus. Die Einrichtung wirkt fast wie eine Zeitreise ins vorletzte Jahrhundert. So einen Herd hatte die Oma meiner Oma. Auch der große Wassertank im Bad ist eine Gattung von vor-vor-vor meiner Zeit. Aber für mich haben diese Dinge dennoch Charme. Sie sind rustikal und wahrscheinlich weniger anfällig als die Technik heutzutage. Alles in seiner Zeit. Insgesamt hat der ehemalige Gasthof einen netten, altertümlichen Charme, ich rechne aber nicht mit einer Wiederbelebung.

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